Charly’s Bummelzug in Bochum, Gelsenkirchen und Wanne-Eickel, die Stauder-Kneipe in Essen oder die Tunnelschänke in Duisburger – früher konnte man sich im Bahnhof noch zwei, drei Biere genehmigen, wenn man den Zug verpasst hatte oder mal wieder länger auf seinen Anschluss warten musste. In Altenbeken konnte man sogar gut bürgerlich speisen. Gestört hat es niemanden und gemütlich war es irgendwie auch, oft kam man sogar flüchtig ins Gespräch – und brauchte kein Smartphone.
Heute, wo man schon froh sein kann, wenn der gebuchte Zuge überhaupt fährt geschweige denn pünktlich ist, wäre man dankbar, wenn es diese Gaststätten noch gäbe; aber nichts dergleichen. Selbst die alten Wartesäle, ohne Ausschank versteht sich, sind längst ein Fall fürs Museum oder, im günstigsten Falle: für die freien Künste.
Der Bahnhof soll kein Ort zum Verweilen sein, sondern Durchgangsstation für Menschen auf der Flucht vor dem guten Leben oder zur Lohnarbeit: kalt, funktional, dem neoliberalen Zeitgeist entsprechend. Wenn nun die Bahn ein komplettes Alkoholverbot ausspricht, dient es vordergründig der „inneren Sicherheit“. Es trifft vor allem die Leute, die eh schon abgeschrieben sind und welche die „oberen Zehntausend“ nicht in ihrer Nähe haben möchten: Obdachlose und Abgehängte, grölende Fußballfans und vereinsamte Jugendliche. Man bekämpft die Symptome und nicht die Ursachen – wie so häufig. Wer zu kurz kommt, den bestraft die Bahn – auf Ex oder besser: Ex und hopp.
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