Das letzte Einhorn
Foto: Francis Lauenau

Imbiss ist Imbiss?

26. Oktober 2011

In Sachen Imbisskultur braucht der Osten Deutschlands Nachhilfe - Tagebuch 11/11

Weit gefehlt. Vor Tagen musste ich nach Dresden und hatte dann auch noch abends Hunger. Fatal. Ich betrat eine chinesisch anmutende Gaststätte. Goldener Buddha in der Ecke. An den Wänden hing teils lose eine seiden wirkende Tapete mit Schlangen drauf. Rote Laternen baumelten als Beleuchtung vor den Fenstern. Hinterm Tresen stand ein mürrischer massiger Sachse, schnitt Fleisch von Drehspießen. „Chinesisch ist hier nicht. Gyros oder Döner?“, bellte er mich an. Ich entschied mich für eine Hawaiipizza, um zumindest die Ahnung von fernöstlichem Geschmack im Gaumen verspüren zu können. Und ich dachte, die ölüberschwemmte Teigkreation vor mir, wehmütig an meine letzte Reise nach Dortmund. Gegenüber vom U kehrte ich in ein Schnellrestaurant der besonderen Art ein. Im HEXENKESSEL gibt es liebevolle Currywurst mit selbstgemachtem Ketchup, dekoriert mit frischer Petersilie. Superlecker alles und in lustigem Ambiente. Dazu eine freundliche Gastronomin. Die Pommesbude der Siebziger Jahre wurde hier erfolgreich strukturgewandelt. Solange so etwas wie der Hexenkessel in Dresden nicht eröffnet wird, befürchte ich, muss es weiterhin den Soli geben.

LUTZ DEBUS

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