Noch vor Wochen gingen mir die gutbetuchten Netzbenutzer auf die Nerven. Immer und überall zückten sie ihre flachen Elektronikgerätschaften, die nicht gerade für 'nen Appel und 'n Ei zu haben sind, aber doch irreführenderweise „Apple“ und „I“ heißen, um mit Belanglosigkeiten den Planeten zu beglücken. „Bin müde!“ und „Mir ist langweilig!“ waren schon geistreiche Äußerungen. Nein, eine Teilhabe an sogenannten Sozialen Netzwerken kam für mich nicht infrage. Durch den Lebenswandel meiner Töchter, deren Gesichter Nachts fast immer von dem zarten blauen Schein ihrer Kommunikationsaggregate ange- strahlt sind, wurde ich dann aber doch nachdenklich. Irgendetwas muss doch dran sein an Facebook und Konsorten. War ich schon so kulturpessimistisch und zivilisationskritisch eingestellt wie meine Großmutter, die vor 45 Jahren einen gewissen Herrn Donald Duck für den Untergang des Abendlandes verantwort- lich machte? Ich meldete mich beim Gesichtsbuch an und war sofort entzückt. So viele Freunde wie dort hatte ich im analogen Leben niemals gehabt.
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