
Krisen stellen Beziehungen auf die Probe. Aufsehenerregend entbrannte in der Coronapandemie Streit über Lockdowns, Masken oder Impfungen, selbst zwischen Menschen, die einander eng verbunden waren, zwischen Freunden, Paaren, in Familien. Manche Beziehung ist daran zerbrochen. Es braucht aber keine Pandemie, um zu wissen, dass Beziehungen zerbrechlich sind. Je besser man sich kennenlernt, umso mehr, was man aneinander schätzen kann, aber auch, was einander entfremden kann. Menschen und ihre Beziehungen entwickeln sich fortwährend. So mag man das eigene Glück kaum fassen können, darüber, einem Menschen so nahe sein zu dürfen oder verzweifelt nach Auswegen suchen, um den Kontakt zu beenden. Unser Monatsthema BEZIEHUNGSWEISEN geht dem sensiblen Geflecht von Familie, Freundschaft und Begehren nach.
Unsere Leitartikel fragen, wie Freundschaften das Leben prägen, wie sich eine feste Beziehung für weitere Partner öffnen lässt und warum moderne Ehe- und Familienmodelle immer noch auf gesellschaftlichen Widerstand stoßen.
In unseren Interviews diskutiert der Autor Sebastian Schoepp, was Freundschaft ausmacht, die Paarberaterin Sonja Jüngling, wie Paare damit umgehen können, wenn sie Lust auf neue sexuelle Kontakte entwickeln und der Soziologe Kai-Olaf Maiwald, warum es nicht einfach an Männern liegt, dass Gleichberechtigung in Lebensgemeinschaften noch nicht erreicht ist.
In unseren Lokalbeiträgen erfahren wir beim Kölner Verein Start with a Friend, wie er Menschen bei der Ankunft in Deutschland hilft, bei der in Münster ansässigen Therapeutin Monika Wacker, wie das Netzwerk besser lieben den Zugang zu Paar- und Sexualberatung erleichtern will und in Wuppertal, wie der Verein Nachbarschaftsheim Familien in schwierigen Situationen hilft.
Vor der Europawahl macht eine politische Beziehung von sich reden: die zwischen Ursula von der Leyen und Giorgia Meloni. Von der Leyen, CDU-Mitglied und Spitzenkandidatin der konservativen Europäischen Volkspartei EVP setzt für ihre Wiederwahl als EU-Komissionspräsidentin offen auf die Hilfe der nationalistischen EKR, deren Vorsitzende die ultrarechte italienische Ministerpräsidentin Meloni ist. Auf Reisen nach Lampedusa und Tunis inszenierten sich die beiden bereits gemeinsam als Macherinnen, lachend, einander in den Armen liegend. Man könnte sich wundern, dass von der Leyen bei einem Bündnis Hilfe sucht, das maßgebliche Befugnisse der EU wenn nicht gleich die EU selbst zerschlagen will. Andererseits hat Meloni als Ministerpräsidentin das Bürgergeld abgeschafft und eine Steuerreform zugunsten Wohlhabender auf den Weg gebracht – was ja ebenso im Sinne konservativer Parteien wie der CDU ist. Nimmt man noch den Unwillen zum Klimaschutz hinzu, in dem sich EVP und EKR ebenfalls annähern, dann liegt einmal mehr die Frage nahe: wie sehr die Grenze zwischen konservativ und rechtsaußen noch verwischen soll?
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