Das Thema „Aktuelles aus Israel“ rollt das Bochumer Kunstmuseum mit exemplarischen Einblicken ins ganz Private auf; die politische Situation im Land steht einmal nicht im Fokus. Acht Künstler mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln gestalten Familiengeschichten und loten das Verhältnis zwischen den Generationen aus. Doch ist die Ausstellung keine Nabelschau, sondern mit etwas Hintergrundinfo anschaulich und durchaus erkenntnisreich, was das gesellschaftliche Leben in Israel und die zentrale Bedeutung von Familie angeht.
Die künstlerischen Themen sind auch kulturell geprägt. Zoya Cherkasskys nur oberflächlich naive Malerei ist voller lakonischer Anspielungen und böser Geschichten. Die arabischstämmige Fatima Abu Roomi porträtiert ihren Vater verschleiert und gebrechlich. Melancholische Kohle-/Bleistiftzeichnungen von Samah Shihadi erinnern an ein zerstörtes Zuhause, makabere Radierungen und Stoffskulpturen des Künstlerpaars Kamel/Balabin an den Raubmörder-Onkel und andere Abgründe.
Im oberen Ausstellungsbereich verwebt der 73-jährige Maler Michael Kovner in seiner Graphic Novel „Ezekiel’s Welt“ die Geschichte seines Vaters, des bekannten Widerstandskämpfers Abbas Kovner, mit seiner eigenen Biografie. Der junge Multimediakünstler Karam Natour (geb. 1992) übt sich hingegen in seinen Videos in Familienaufstellung – mit einem Mix aus Kunstgeschichte, Psychologie und Humor. Seine gesamte Verwandtschaft spannt er als künstlerisches Material ein, lässt sie Worte nachsprechen und bekannte Performances nachspielen. Die Cousins mimen z. B. Bruce Naumans „Fountain“ – zur großen Belustigung.
Family Stories – Junge Kunst aus Israel | bis 26.1 | Kunstmuseum Bochum | 0234 91042 30
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