Ein wichtiges Merkmal des Kunstmuseum Bochum ist die jahrzehntelange Ausstellungs- und Sammeltradition von osteuropäischer Kunst. Dabei spielt die polnische Kunst eine wichtige Rolle. Es ist immer schwierig, von „der“ Kunst eines Landes zu sprechen, hier jedoch gelingt es, die wesentlichen Kunstströmungen nach 1945 anhand einiger herausragender Künstler anzusprechen. Gewiss ist die Kunst in Polen vor 1989 eine andere als danach, obwohl die Künstler (und die Kunstpolitik) sich frühzeitig vom Diktat des Sozialistischen Realismus verabschiedet und früh auch – mindestens durch ihre Teilnahme an den großen Biennalen – eine weltweite Reisetätigkeit entwickelt hatten.
Das Kunstmuseum zeigt nun aus seiner fast 100 Werke umfassenden Sammlung rund zwei Dutzend Arbeiten im Obergeschoss. Vertreten sind etwa die konstruktiven Künstler Henryk Berlewi und Wladyslaw Strzeminski, der hier noch mit der Gouache einer kleinen „Meerlandschaft“ beteiligt ist. Stanislaw Fijalkowski überführt in seinem Gemälde die ungegenständliche Kunst in den Realismus: Eine weiche blaue Form lappt in ein grünes landschaftliches Feld hinein. Wunderbar, dass der große Theatermann Tadeusz Kantor sogar mit einer Malerei vertreten ist. Sein „Objet Pictural“ zeigt eine Art monströsen Kopf über stelzenartigen Beinen. Im Grotesken lässt dies an seine eigenen Stücke denken und fängt das unheimlich phantastische Krakauer Klima ein.
Schade nur, dass Magdalena Abakanowicz, die so gut dazu gepasst hätte, in der Ausstellung fehlt. Mit Zofia Kulik, die im Kunstmuseum noch vor ihrer Teilnahme an der documenta 12 ausgestellt hat, und Marta Deskur sind zwei wichtige Künstlerinnen zwischen Konzept und Fotografie beteiligt. Auch die heute im Ruhrgebiet lebende Danuta Karsten ist vertreten. Hintergrund dieser Ausstellung ist übrigens, dass Teile dieses Konvoluts aus der Bochumer Kunstsammlung als „Erinnerungsort“ von der „Porta Polonica“, der Dokumentationsstelle zur Kultur und Geschichte der Polen in Deutschland, online gestellt wurden (porta-polonica.de) – das Sehen der Ausstellung ersetzt dies natürlich nicht.
„Digital / Original“ | bis 31.1. | Kunstmuseum Bochum | 0234 910 42 30
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