Wenn in den letzten Monaten und Jahren das Gespräch auf die Ruhrgebietskultur kam, glich das oft einem einzigen Jammern und Wehklagen. In holprigem Englisch hörte man vom „Drain out“, vom Abgang vieler Aktivisten der Kultur in andere Regionen,...
András Schiff gastierte in Köln. Er hatte ganz persönlich beladene Stücke mitgebracht, ein Programm von rund 140 Minuten Länge, ein gewaltiges Pensum für ein Recital – so heißt ein Soloabend.
Es ist immer schlecht für das Geschäft, nicht sortierbar zu sein. Das gilt ganz besonders für die Musik. Die Verkaufskraft eines Ballermann-Schlagers liegt immer darin, aus gut bekannten musikalischen Primitivformeln und abgewrackten Sprachphrasen neuen Schwachsinn zu schmieden, der Friseusenherzen betört oder Gerüstbauern ein breit-lüsternes Grinsen um die frühmaroden Zähne zaubert.
Am Ende ergeht es dem Zuschauer – zumindest für einen Wimpernschlag – so, wie den Schauspielern das ganze Stück über: Geblendet von den auf sie gerichteten Scheinwerfern „sehen“ sie nur bis zum Bühnenrand.
Vom Typischen zum Besonderen: Unlängst fanden in NRW einige beachtliche Themenausstellungen zur avancierten zeitgenössischen Plastik statt, die etwa ihrer biomorphen Formsprache und der Verwendung aktueller Materialien nachgingen.
Das alte Jahr hört morbide auf, im neuen geht es morsch weiter. Ein wenig unglücklich quer durch die Adventszeit zeigte die Kunsthalle Barmen in Wuppertal die Ausstellung „DEAD_Lines. Todesbilder in Kunst – Medien – Alltag“.
Auch b.10, die zehnte Premiere von Ballettchef Martin Schläpfer mit dem Ballett am Rhein in Düsseldorf ist wieder ein ästhetischer Genuss: Purer Tanz in höchster Vollendung zu postmodernen Kompositionen von Schnittke, Lachenmann und Strawinsky.
Die jüngsten Spiele der Kölner und Gladbacher haben gezeigt: Der FC ist nur Podolski und die Borussia funktioniert auch ohne Reus. Aktuell verfolgen die beiden Traditionsklubs, deren Fans so gern Rivalitäten heraufbeschwören, entgegengesetzte Fahrtrichtungen.
Wo muss das Verständnis für eine Religion aufhören, und wo die Verteidigung der Menschenrechte anfangen? Der australische Choreograph Lloyd Newton bietet mit seinem Kölner Gastspiel ein gefeiertes Stück, das seine ganz eigene Ausdrucksweise und Rhetorik findet.
Der Reiz der Choreographie von Clint Lutes und Tommy Noonan liegt in ihrem Minimalismus; sowohl Bewegungsrepertoire als auch Inhalt sind sparsam gehalten. Das ist gerade zu Beginn äußerst komisch und amüsant – der Funke der Genialität will aber nicht so recht überspringen.
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