Die zunehmende Flut an Geräuschen und visuellen Sensationen im öffentlichen Raum führt zu einer Dauerbeschallung und zu Sprachverwirrungen in gesprochener und geschriebener Form. Seit den 1990er Jahren reagiert die Kunst verstärkt darauf; Sprache und Wort als Kontinuum sind nun ein eigenes Thema. Die Ausstellung der Preisträger des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI im Museum Folkwang präsentiert jetzt drei Positionen. Der Schwede Erik Bünger (Berlin), Philipp Goldbach (Köln) und Juergen Staack (Düsseldorf) entstammen der gleichen Generation; sie sind zwischen 1976 und 1978 geboren, aber sie verfolgen ziemlich unterschiedliche Strategien. Philipp Goldbach interessiert die Schriftlichkeit der Sprache, der er sich mitunter wie ein Philologe nähert. So geht er den Theorien der ägyptischen Hieroglyphen anhand historischer Bücher nach, die er in Vitrinen legt. Oder er erzeugt im akribischen, in winzigen Buchstaben vollzogenen Kopieren aufeinander zu beziehender Schriften ein visuelles Bild, bei dem der Text kaum zu lesen ist. Goldbach evoziert damit den Eindruck eines permanenten Datenstromes. Gleichwohl wirken solche Beiträge etwas altbacken.
Erik Bünger und Juergen Staack arbeiten mit akustischem Material. Eindrucksvoll sind Staacks Kombinationen von bis zur Unkenntlichkeit überarbeiteten Polaroids mit Vorträgen in fremden Sprachen, die über Kopfhörer zu hören sind. Vor allem orientiert man sich am Lautmalerischen, am Tonfall und am Bezug zur Abbildung. Staack geht es um das Verhältnis von (fotografischem) Bild und Sprache und die Vorstellung, welche die Medien füreinander auslösen. Erik Bünger hingegen ist der Struktur des Akustischen auf der Spur, er zersetzt Sound und arbeitet dabei wie ein Komponist (als der er übrigens ausgebildet wurde). Als Zentrum dieser Ausstellung erweist sich sein Film „The Third Man“, der auf kuriose Weise der Suggestion eingängiger Melodien durch das 20. Jahrhundert hindurch nachgeht. Und gewiss führt dieser Film auch vor, was so gut wie alle Beiträge der Ausstellung auszeichnet: Bei aller Theorielastigkeit ist diese Kunstrichtung unterhaltsam.
„ars viva 2011/12 – Sprache“ I bis 15. Januar im Museum Folkwang in Essen I www.museum-folkwang.de
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