Gummi-Twist auf Speed, 1.600 LED-Module und eine biologische Reise zwischen Licht und Raum. Immer noch wissen viele Einwohner:innen in Unna nicht, welche elektrischen Mysterien sich unter dem Lindenplatz verbergen, wohin dunkle Gänge neben der Stadtbücherei führen – nämlich in ein kunstvolles Land voller Licht und Vision, ein Labyrinth angefüllt mit Schätzen internationaler Künstler:innen, die sich der Lichtkunst verschrieben haben. Noch bis Ende April haben sie Zeit, die großartige Ausstellung Hypersculptures in dem weltweit einzigartigen Zentrum zu besuchen und dann vielleicht in der Stadt dafür zu sorgen, dass dieses Solitär in NRW dort auch wachsen kann.
Vor dem Zentrum für Internationale Lichtkunst steht ein zwei Meter hoher Glaskubus. Die niederländische Künstlerin Giny Vos gehört zu den bedeutendsten Medienkünstler:innen und installierte dort insgesamt 57.600 LEDS in ihre wandelbare Installation Light Phenomena, in der Prozesse, die unter dem Einfluss von Licht ablaufen, von morgens bis abends zu erleben sind. Vielleicht gleich nach der Photosynthese geht es hinab in die alten Brauereiräume. Eine weiße Linie auf Tüll wird mir sicher im Gedächtnis bleiben, die New Yorkerin Christine Sciulli hat die geometrische Projektion „Ferment“ auf eine Stoffinstallation ausgerichtet und so wandert das Licht durch die Fadenstruktur, bildet immer wieder neue filigrane Gebilde und wandelt dabei scheinbar Energie in wechselnde feingliedrige Flächen um.
Im nächsten Raum hängen unzählige LED-Bänder in Reihen von der Decke. Die immersive Arbeit der internationalen Künstlergruppe Squidsoup (GB) ist in ein 12-minütiges Tonstück getaktet, das die Intensität und Positionierung der tausenden farbigen Lichter generiert und den eingebetteten Besucher:innen so ein Gefühl von fehlendem Raum und wechselnden Schwebezuständen ermöglicht. Auch bei Julius Stahl wird Licht durch Akustik verändert. Der DEW21-Kunstpreisträger hat drei schwarzweiße Arbeiten in der Ausstellung, bei denen einfache Formen durch Resonanz ihre Form verändern. Auch die Installation „10 Meters of Sound“ vom Niederländer Philip Vermeulen lässt Formen aus sich selbst heraus entstehen. Wir sind beim Gummi-Twist auf Speed angekommen, den vier elastische Bänder, die sich rasant drehen, erzeugen. Schauen Sie selbst, es lohnt sich.
Hypersculptures | bis 30.4. | Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna | 02303 10 37 51
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