„Knüpf das Buch an einem Faden auf. Schleudere es wild herum. Lass es gegen Wände knallen“. „Brenne ein Loch in die Seiten“. „Benutze das Buch als Fliegenklatsche“. „Fahre mit dem Fahrrad über die Seiten“. Gegen diesen offenen Aufruf zur Gewalt gegen Bücher sind kleine Missgeschicke wie Kaffeeflecken, Fingerabdrücke oder Eselsohren eher Lappalien im Umgang mit dem einstmals ehrfürchtig behandelten Wissensträger.
Nachdem der Sprecher in den Radionachrichten sachlich gemeldet hat, wie die Zusammensetzung des neuen schwarz-gelben Kabinetts aussieht, hebt seine Stimme zu einem versteckten Triumpf an, und dann verkündet er: Das gelbe Regal in Münster existiert auch nach mehr als neun Tagen noch.
Es ist an der Zeit, ein Geständnis abzulegen, einfach um auch anderen möglichen Betroffenen zu helfen. Bei mir begann es in den Siebziger Jahren. Diese eleganten Taschenbücher mit den Zeichnungen von Pablo Picasso, vornehm in Beige gehalten, waren völlig ungewöhnlich für Kriminalromane. Später platzierte der Diogenes Verlag dann Fotos auf die Cover, bei deren Auswahl man sich mitunter fragen durfte, ob die Leute, die sie ausgesucht hatten, auch die Texte kannten. Es sind keine Krimis, diese Non-Maigrets, wie man sie auch bezeichnet, es gibt keine Ermittlungen und keinen Blick in die Polizeimaschinerie. Im Grunde sind es Geschichten, die sich auf irgendeine Weise immer um das Phänomen der Liebe drehen.
Gibt es irgendwo auf diesem Planeten ein polarisierenderes Gebräu aus genialischem Wahnsinn und fehlender Leidenschaft als in dem kontinentalen Schmelztiegel namens Vereinigte Staaten von Amerika? Im Kleinen: maybe. Nicht zuletzt wir Deutsche haben ja bewiesen, dass sogar provinzpolitische Randerscheinungen im Falle irreparablen Größenwahns bisweilen mehr als nur eine bizarre Anekdote zum verqueren Weltenlauf beitragen können.
Spaß ist auch das Hauptmotiv für die „Literarische Boygroup“, zu der sich Marcel Maas gemeinsam mit Tilman Strasser, Lino Wirag und Jan Fischer zusammengefunden hat. Unter dem Namen „Text, Drugs and Rock'n'Roll“ machten sie eine Weile die (Lese-)bühnen unsicher.
"Wäre der Februar ein Mensch, müsste er wohl Edwin Eugene Aldrin, jr. heißen."
Hinter dem Titel „Oh diese Mädchen!“ verbirgt sich eine so ungewöhnliche wie gewagte Dramaturgie. Emmanuel Lepage, hierzulande auch bekannt durch seinen politischen Mittelamerika-Comic „Muchacho“, bebildert in aufwändigen Aquarellzeichnungen die Story von Sophie Michel. Mit der Geburt der drei Mädchen beginnt es, mit der Geburt von deren Kindern endet es. Sie wachsen bei reichen Eltern, einer alleinerziehenden Mutter oder einer Migrantenfamilie aus Algerien auf, und doch kreuzen sich ihre Linien, und sie werden Freundinnen. Auch wenn die Story durch die Jahre hechelt und das eine oder andere Klischee streift – das Gesamtbild dreier unterschiedlicher Biografien funktioniert, und der Band vermag – nicht zuletzt wegen der schönen Zeichnungen – mit den drei Mädchen und ihrem Schicksal zu fesseln (Splitter).
Wer im Kulturhauptstadtgetöse nach Literatur Ausschau gehalten hat, musste die Augen schon sehr weit aufreißen, um fündig zu werden. Das Literaturbüro Ruhr konnte mit der engagierten Reihe „Mehr Licht!“ auftrumpfen, der bereits ohne Mithilfe der RUHR.2010 GmbH kontinuierlich gewachsene „Mord am Hellweg“ konnte seine blutrünstigen Arme bis weit ins Ruhrgebiet ausstrecken. Doch ansonsten gingen die meisten Literaturveranstalter leer aus...
Heute lesen wir sie noch, aber morgen können sie schon verschwunden sein. Nur noch sieben Jahre wird es in den USA gedruckte Zeitungen geben. So jedenfalls sieht es der australische Zukunftsforscher Ross Dawson, wie die Akademie Berufliche Bildung der Zeitungsverleger in ihrem Newsletter berichtet. Dawson, der zu den umworbensten Beratern unserer Tage gehört, rechnet weiter: In neun Jahren hat das letzte Stündlein der Zeitungen in England geschlagen, in Deutschland wird es noch bis 2031 gedruckte Zeitungen geben – wobei man sich fragen darf, wie die dann wohl aussehen mögen –, und als letzte dürfen die Menschen in den heutigen Entwicklungsländern so um das Jahr 2050 noch ein Stück Zeitungspapier in Händen halten.
Welcher kühne Planer ist seinerzeit nur auf den Gedanken verfallen, das neue Jahr am ersten Januar beginnen zu lassen? Ich wache in der Regel am ersten Januar mit Kopfschmerzen auf, und das ist ein schwieriger Anfang für ein Jahr, finde ich.
Dabei veranlasst uns nichts, genau mit diesem frostigen Monat unser Jahr zu beginnen. Die Welt dreht sich ja nicht von einem Tag aus, sondern um eine Sonne herum. Dabei dreht sie sich übermütig auch noch selbst um ihre eigene Achse, so dass es am Ende so aussieht, als würde sich die Sonne um die Erde drehen.
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