Welchen Bezug haben Weltautoren wie Louis-Ferdinand Céline, Malcolm Lowry, Hubert Fichte, Danilo Kiš, James Hamilton Paterson, William Gass, Richard Powers, Jorge Louis Borges, Herman Melville, Daniil Charms, Ezra Pound, Pier Paolo Pasolini, Inger Christensen und Raymond Federman zu Essen? Sie alle sind im Literaturmagazin „Schreibheft“ vertreten – mal mit Texten oder Textauszügen, mal als Gegenstand von Essays.
Sparschweine sind dazu da, dass man sie mit Geld mästet. Es gibt aber auch Sparschweine, denen man nichts zu futtern lässt, sondern an deren Unterhalt man noch spart. Das sind sogenannte arme Schweine. Die muss Monika Ziller, Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbands, gemeint haben, als sie jetzt von den Bibliotheken als den „Sparschweinen der kommunalen Haushalte“ sprach. Seit den Neunziger Jahren wurde das Netz der öffentlichen Bibliotheken ausgedünnt, und dennoch ist ihre Nutzung seit der Jahrtausendwende um 22 Prozent gestiegen. Der soeben erschienene „Bericht zur Lage der Bibliotheken in Deutschland“ belegt, dass die rund 11.000 Bibliotheken über 200 Millionen Besucher und 466 Millionen Ausleihen im letzten Jahr vorzuweisen haben.
Riad Sattouf sagt‘s, wie‘s ist: Beschneidung ist scheiße! In „Meine Beschneidung“ erzählt der in Paris geborene, bis zu seinem zehnten Lebensjahr aber in Algerien, Libyen und Syrien aufgewachsene Comiczeichner und Regisseur, wie es einem achtjährigen Jungen damit ergeht, dass man ihm die Vorhaut abschneiden will. Mit tiefschwarzem Humor, der die Tragik aber nicht überspielt, erzählt er cartoonhaft die autobiografische Kindheitsgeschichte (Reprodukt). Daniel Clowes hat sich mit seinem Teenage-Portrait „Ghost world“ bereits in den 90er Jahren einen Ehrenplatz in der Comicgeschichte reserviert. Mit „Wilson“ wird sein Ruf zementiert, allerdings ist der Protagonist kein Teenager, sondern einer der vielen zwielichtigen Nerds mittleren Alters, die dort als Nebenfiguren auftauchen: Wilson ist ein Misanthrop vor dem Herrn, und Clowes breitet sein deprimierendes Leben mal in Karikaturen, mal realistischer, aber immer schonungslos vor dem Leser aus (Eichborn).
Der Dezember ist für mich eine angeschneite Mischung aus Mutter Theresa und Paris Hilton. Er ist Theresa Hilton, die monatgewordene Manifestation von schrillem Schein und wahrer Wohltat. Er ist ein einziges Fest und ein eisiger Frost; mehr noch, der Dezember ist Zuckerwatte und Zahnarzt in einem.
Draußen wird es kälter, was sich positiv auf meine Formulierfreude auswirkt, da ich mehr Zeit damit verbringe, kunstvoll Prädikat an Nomen zu löten. Ich war nicht mehr draußen, seit der Pool im Garten meines Herrenhauses mit einer puckdicken Eisschicht überzogen ist. Das sind 2,54 Zentimeter, habe ich gerade im Regelbuch des deutschen Eishockeyverbandes nachgeschlagen. Ansonsten besitze ich übrigens keine Bücher, sondern nur Heftchen.
In Heftchen stehen nämlich gloriosere Sätze. Nehmen wir das Monatsmagazin der Deutschen Bahn, das „mobil“. Da las ich vor kurzem in einem Artikel über Uhrmacher folgende Passage: „Die Dings und Dongs sind eine Freude für den Benutzer, aber eine Qual für jeden Uhrmacher. Die Repetition ist für ihn das, was der Mount Everest für einen Bergsteiger bedeutet: der schmerzhafte Gipfel der Gefühle.“
Textwelten entstehen im Kopf. Zeichen für Zeichen, Buchstabe für Buchstabe setzen wir aneinander. Jeder einzelne Buchstabe wird mit der Geschwindigkeit von 50 Millisekunden in unserem Gehirn identifiziert und in Kombination mit dem nächsten gesetzt. Der Franzose Stanislas Dehaene, Professor am Collège de France für Experimentelle Wahrnehmungspsychologie, entschlüsselte jetzt einige der wichtigsten Geheimnisse des Lesephänomens.
„Hasta la vista, Baby!“ und „Don‘t cry for me, Argentina“ hatte es unlängst noch durch die deutschen Lande geschallt. Mit geradezu lateinamerikanischer Spielfreude waren Jogis Bubies bei der Fußball-WM über Diegos Albiceleste hinweggefegt und hatten die eben noch himmelblau frohlockenden Südamerikaner in ein Tal der Tränen gestürzt.
Reinhard Kleist brachte von einer Kuba-Reise das atmosphärische Skizzenbuch „Havanna“ mit. Seine Beschäftigung mit Kuba führte außerdem zu einer „Castro“-Biografie. Kleist spielt aber glücklicherweise nicht den zeichnenden Historiker.
„Mehr Licht!“ – diese angeblich letzten Worte Goethes hat sich das Literaturbüro NRW auf die Fahnen geschrieben für ihr spartenübergreifendes Kulturhauptstadtprojekt und sich nicht weniger vorgenommen, als die „europäische Aufklärung weiterzudenken“. Gerade in Zeiten, in denen die Verdunkelung unserer abendländischen Kultur durch religiösen Fundamentalismus herbeigeredet wird, tut Besinnung auf unsere humanistischen Wurzeln Not, dürfen Diskussionen über Werte und das Zusammenleben von Kulturen nicht den Stammtischen überlassen werden.
Es war in den frühen 90er Jahren, in der kurzen Zeitspanne zwischen den neonbunten Jogginganzügen des Pop und den Holzfäller-Hemden des Grunge. Es war, bevor House Tekkno hieß – es war sogar, bevor Tekkno Techno hieß.
Der Kalender sagt Oktober, und wir nicken. Der Herbst klopft mit kalten Fingern an die Türen, während wir drinnen noch nicht mal damit fertig sind, unseren gefühlten 2.000 Urlaubsfotos bessere Namen zu geben als „dscn555311.jpg“.
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