trailer: Frau Dörner, handelt der Staat noch zeitgemäß, wenn es um die Ehe geht?
Katja Dörner: Nein, das tut er nicht. In den letzten Jahrzehnten sind die Formen familiären Zusammenlebens in Deutschland vielfältiger geworden. 1950 kamen pro Jahr auf 1.000 Einwohner noch 10,8 Eheschließungen, im vergangenen Jahr waren es noch 4,6. Es gibt deutlich mehr unverheiratete Paare mit Kindern, Ein-Eltern-Familien, Regenbogenfamilien. Diese Vielfalt bildet die aktuelle Gesetzgebung nicht ab.
In den nächsten neun Monaten wird es aber zu keinen Reformen im Familienrecht kommen.
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Leider nicht. Bislang ist von der schwarz-gelben Bundesregierung nicht viel in die Wege geleitet worden und es ist auch nicht mehr viel von ihr zu erwarten.
Die CDU diskutierte ja auf ihrem letzten Parteitag, das Ehegattensplitting auf homosexuelle Partnerschaften auszuweiten. Ist das ein Schritt in die richtige Richtung?
Solange es das Ehegattensplitting gibt, muss es natürlich für eingetragene Lebenspartnerschaften gleichermaßen gelten. Unser Anliegen ist es, das Ehegattensplitting deutlich zu reduzieren und letztlich abzuschaffen. Die vielen Milliarden Euro, die der Bund so mehr einnimmt, wollen wir in die Förderung von Kindern, also in den Kita-Ausbau und die Einführung einer Kindergrundsicherung, investieren. Auch setzen wir uns für eine völlige rechtliche Gleichstellung von hetero- und homosexuellen Partnerschaften ein.
Ist die jetzige Gesetzeslage eigentlich verfassungskonform?
Wir gehen davon aus, dass das Bundesverfassungsgericht einfordern wird, die Ehe und die eingetragene Lebenspartnerschaft gesetzlich gleichzustellen. Auch deshalb ist die Verweigerung von CDU und CSU völlig anachronistisch.
Aber ist die klassische Ehe nicht das Beste fürs Kind?
Das Beste fürs Kindeswohl ist eine gute Beziehung zwischen den Eltern und mit den Kindern. Dafür ist nicht zwingend ein Trauschein nötig. Ein liebevolles Umfeld kann einem Kind in der Ehe genauso geboten werden wie mit unverheirateten Eltern, mit alleinerziehenden Elternteilen und in Regenbogenfamilien, also in Familien mit lesbischen und schwulen Eltern.
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