Das öffentliche Gespräch ist wichtig, so bleibt die Dynamik in einer Demokratie erhalten. Das betonte der deutsch-israelische Journalist und Historiker Ofer Waldman in der Reihe „We need, need, need to talk“ im Fritz-Bauer-Forum in Bochum. In seinem Vortrag „Worüber reden wir eigentlich, wenn wir über Israel sprechen?“ ging er darauf ein, wie in Deutschland das Gespräch über Israel und den Nahostkonflikt geführt wird. Ofer Waldmann, geboren in Jerusalem, betont, dass er gleichermaßen in Israel und in Deutschland zuhause sei.
Deutschland und Israel
Ofer Waldman diskutierte das deutsche Demokratieverständnis in Bezug auf Israel seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023: „Es ist ein innerdeutsches Gespräch vor dem israelischen Spiegel“, sagte er. Solidaritätsbekundungen schienen oft oberflächlich und zielten eher darauf ab, „auf der richtigen Seite zu stehen“, betonte Waldman. „Ich kann nichts für ihre Erwartung“, betonte Waldmann in einer Fragerunde, als ein Besucher anmerkte, man dürfe das große Ganze nicht aus den Augen verlieren, es gehe um den „berühmten Kontext“.
Herausforderung der Demokratie
Zumindest ließe sich eine oberflächliche Haltung zur Demokratie ableiten. Waldman zitierte in diesem Zusammenhang den deutschen Dramatiker Thomas Brasch: „Die Moral wird zum Hobby in einer Welt, in der der Mensch entbehrlich ist“ – ein Hinweis auch auf Politikverdrossenheit in Deutschland. Im Diskurs über Israel und den Nahen Osten bleiben Irrungen und Wirrungen zurück. Irmtrud Wojak, Leiterin des Fritz Bauer Forums, betonte dabei die Wichtigkeit der Erinnerungskultur. Denn nur wenn wir die Würde anderer erkennen, können wir gegenwärtige Probleme verstehen.
Lösungen fordern
Der Titel der Veranstaltung weist darauf hin, dass es um Ideen geht, die ihr Echo im öffentlichen Diskurs finden müssten. Waldman kritisierte die Diskussionskultur hierzulande: Es säßen nicht diejenigen am Tisch, die als Betroffene zum Beispiel über Integration sprechen könnten. „Viele Menschen in Deutschland haben nicht gelernt, sich eine politische Meinung zu bilden“, so Waldman. Im Fritz-Bauer-Forum kamen persönliche Perspektiven zu Wort: dazu, wie sich die Konfliktparteien im Nahen Osten verhalten, was die Nato zur Lösung des Konflikts beitragen kann oder zur rechtskonservativen Entwicklung in Deutschland. Am Ende waren es vor allem Menschen, die sich beteiligen wollen, indem sie ihre Haltung zum Ausdruck bringen und Lösungen einfordern.
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