Als die Lichtburg 1928 eröffnet wurde, galt sie als modernstes Kino Deutschlands. Auch im Jahr 2011 beherbergt die „alte Dame des Ruhrgebiets“ den größten Kinosaal des Landes. 2003 wurde der restaurierte und renovierte sowie unter Denkmalschutz stehende Bau feierlich wiedereröffnet. Unter der Leitung von Marianne Menze hat das Kino daraufhin seine Bedeutung als wichtiges Premierenkino wiedererlangt. Schon in den 50er und 60er Jahren flanierten hier Stars wie Gary Cooper und Romy Schneider über den Roten Teppich.
trailer: Frau Menze, wie ist es, ein solch legendäres Kino zu leiten?
Marianne Menze: Das erste Jahr war sehr ungewöhnlich, weil mein Mann und ich, aus dem Programmkinobereich kommend, plötzlich damit konfrontiert waren, nicht nur die hehre Filmkunst zu zeigen. Denn im größten Kino Deutschlands kann man nicht den brasilianischen Independentfilm spielen. Man muss schon anders programmieren und erhält dadurch auch Kontakt zu anderen Filmverleihen.
Nach welchen Kriterien programmieren Sie heute?
Wir müssen große Filme spielen, aber das ist ja nichts Schlimmes, denn es gibt ja eine Menge toller Mainstreamfilme. Aber wir versuchen dabei, nicht unter ein bestimmtes Niveau zu gehen. Die besucherstarken, gut gemachten und nicht Gewalt verherrlichenden Mainstreamfilme und jede Menge deutscher Filme kommen dafür in Frage. Ein weiteres wichtiges Kriterium sind unsere Premieren, von denen ziemlich viele hier stattfinden. Dabei haben wir es geschafft, wieder an die Tradition der 50er und 60er Jahre anzuknüpfen.
Kommen die Verleihe wegen der Premieren auf Sie zu oder geht der Impuls von Ihnen als Kinoleiterin aus?
Es sind natürlich die Premieren der Filmverleiher, die auch die Organisation dafür übernehmen. In Zeiten der Länderfilmförderung bestimmt die Höhe der Fördergelder oft auch, wo die Premiere stattfindet. Wir haben das Glück, dass die Filmstiftung NRW bundesweit sehr viel Filmförderung betreibt, deswegen haben wir hier im Haus oft auch die Deutschlandpremiere eines Films. Viele Verleiher wählen die Lichtburg auch unabhängig von den Geldern als Premierenkino aus, weil es eben das größte Kino in Deutschland ist und man deswegen neben den geladenen Gästen auch noch jede Menge Kinobesucher unterbringen kann, und das schafft eine ganz andere Atmosphäre für den Film. Und es ist auch so, dass das Publikum im Ruhrgebiet sehr geschätzt wird, weil es wohl doch noch mal etwas anders mit seinen geliebten Stars und Regisseuren umgeht als anderswo in Deutschland.
Haben Sie denn an einen Premierengast besonders positive Erinnerungen? Man kann ja mittlerweile fast sagen, von den deutschen Schauspielern und Regisseuren waren 90% irgendwann mal hier. Bis auf einige wenige Ausnahmen war der Umgang mit allen sehr angenehm. Besonders herausheben kann man da höchstens so jemand wie den völlig legendären Peter Ustinov, der für jeden, der mit Film oder Kultur zu tun hat, ein unbeschreibliches Erlebnis war.
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