Mit künstlerischen Seitenwegen war bei Friedrich Gräsel zu rechnen. Bekannt ist der 1927 geborene und in Bochum ansässige Gräsel seit den 1960er Jahren mit seinen Röhrenplastiken aus Beton und aus Metall, die in Variation und teils farbig im öffentlichen Raum platziert sind.
Auch bei der Ausstellungseröffnung riecht es in der Kunsthalle Wuppertal noch nach Farbe. Bis in die Nacht hinein haben die Künstler hier gearbeitet und so einen sichtlich übermüdeten Kurator auf die Redebühne geschickt, gleich nachdem der Von der Heydt-Förderpreisträger Christoph Iacono ein Piano malträtiert hat.
Manchmal teilen die kleinen, beiläufigen Werke auf Papier am meisten mit. Zwar ist Josef Albers (1888 in Bottrop - 1976 in New Haven) im Museum Quadrat Bottrop, das nach seinem Ehrenbürger benannt ist, allgegenwärtig; seine konstruktive Farbfeldmalerei, die den Geist des Bauhauses trägt, schwingt noch bei der Konzeption der zeitgenössischen Wechselausstellungen mit.
Gemeinsam kann man diese Kunstwerke nicht sehen – Markus Lüpertz stellt seine kleinen Bronzen zur monumentalen Gelsenkirchener Herkules-Figur im vorderen Ausstellungsbereich aus, sein Schüler Junior Toscanelli in der davon abgewandten Passage zur Straße hin – aber es macht Sinn, auf beide Ausstellungen gemeinsam einzugehen.
Elliott Erwitt gehört seit 1953 zu den wichtigen Fotografen der Pariser Foto-Agentur Magnum, zeitweilig ist er deren Präsident. Als Bildreporter berichtet er mit seinen s/w-Aufnahmen von politischen Konferenzen und von alltäglichen Begebenheiten auf der ganzen Welt, von besonderen Riten und vom gesellschaftlichen Leben auf der Straße.
Langsam zuckt ein Fadenwurm durch die Flüssigkeit. Fraktale Strukturen umrahmen die Szenerie auf dem Flachbildschirm. Ein Blick durchs Mikroskop oder in neue Welten?
Die Bilder im Wechselausstellungsbereich des Osthaus Museum kündigen sich aus der Ferne an. Horst Becking ist Maler mit allen seinen Sinnen, am intensivsten und authentischstem vor allem in der Auseinandersetzung mit überlebensgroßen Bildformaten.
Das „Plastische“ dieser Arbeiten stellt sich erst allmählich ein: Im Kunstmuseum Gelsenkirchen ist derzeit, aber nur noch für wenige Tage, das Werk von Klaus Staudt zu sehen.
Kann man den Traum eines anderen Menschen erleben? Nun zumindest in einem abgedrehten Anime des japanischen Kult-Regisseurs Satoshi Kon (1963-2010) geht das mit Hilfe von Maschinen und führt dort zu klaustrophobischen Katastrophen zwischen den Realitäten. Die österreichische Künstlerin Barbara Breitenfellner baute gerade zwei ihrer selbst dokumentierten Trauminhalte...
Es ist gut, dass die Holzschnitte und Fotoarbeiten von Pidder Auberger in seiner Ausstellung im Essener Museum Folkwang auch von ihrer handwerklich-technischen Seite beleuchtet werden. Parallel finden nämlich Schauen mit den Drucken von HAP Grieshaber wie auch des jungen Jan Brokof statt.
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