Es war schon eine schallende Ohrfeige, eine von der Sorte, bei der die Ohren noch lange nachklingeln. Da ringen die Choreographinnen der Freien Szene – allen voran die Tänzerinneninitiative – seit den 90er Jahren um die Errichtung eines Tanzhauses in Köln, und dann macht in einem Ideenwettbewerb, den die Stadt Köln für die vorläufige Nutzung ausschreibt, plötzlich Anja Kolacek das Rennen.
Kulturhauptstadt RUHR.2010. Theater der Welt 2010. Tanzplattform 2010. AGORA 2010. Zweite Biennale Tanzausbildung 2010. The Show must go on. Boomen die Kultur-Events oder die Event-Kultur?
Was lange währt, wird endlich gut. So sagt man, aber was ist, wenn nach langer Warterei doch nichts Brauchbares entsteht? Dann ist die Enttäuschung doppelt groß.
Die Tänzer gehörten zu den ersten, die Anfang der 90er Jahre vom Rhein an die Spree abwanderten. „Inzwischen sind viele Tänzer wieder aus Berlin zurückgekommen“, beobachtet Beate Sokoll, die Künstlerische Leiterin der Reihe Tanzkonkret in der Kölner Orangerie.
Hagen gibt dem Ballett noch eine Chance. Münster verlängert dem Tanztheater-Chef den Vertrag. Dortmund baut das Ballett unter dem erfolgreichen Chef-Choreographen Xin Peng Wang zur „Dritten Sparte“ aus.
Worin besteht Deutschlands Beitrag zur Tanzkunst des 20. Jahrhunderts? Im Ausdruckstanz und im Tanztheater. Letzteres ist ohne das Werk von Pina Bausch nicht denkbar, die am 30. Juni mit 68 Jahren starb.
Noch steht es nicht im Lexikon der populären Irrtümer: das Tanzland NRW. Doch es hat beste Aussichten, dort aufgenommen zu werden. „Tanzland“, so erklärte Kulturstaatssekretär Grosse-Brockhoff kürzlich, solle zum kulturellen „Label“ von NRW werden.
Tanz in Köln, das ist eine groteske Leidensgeschichte. Mit viel Glück könnte 15 Jahre nach Abschaffung der eigenen städtischen Kompagnie vielleicht 2011 wieder ein Ensemble gegründet werden.
Für den Tanz scheint der Mai wahrhaft zum Wonnemonat zu werden. Zum zweiten Mal präsentiert sich die NRW-Tanzszene in einem 10-Tage-Tanz-Marathon in sieben Städten des Landes.
In New York schritt 1965 die Polizei ein, als Anna Halprin ihre Choreographie „Parades & Changes“ vorstellte. Nackte Männer und Frauen waren auf der Bühne zu sehen. Heute bringen die Leute zu den Aufführungen ihre Vorschulkinder mit.
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