Der Marler Rathausbau im Brutalismus-Stil der 1960er Jahre, auch Sitz des Skulpturenmuseums, ist Hauptakteur von Marko Lulićs exklusiv für seine Ausstellung produzierter Videoarbeit. „The Building“ steht programmatisch für Lulićs künstlerische Strategie der Aneignung und Transformierung. Es geht um Raumerlebnis: eine Skulptur erfassbar und erfahrbar machen, indem man sie bespricht, erklettert, umtanzt oder drastisch geschrumpft aus anderem Material nachbaut und bunt bemalt. Sprich, ihr mit völlig anderen künstlerischen Techniken zuleibe rückt, bis sie in die Gegenwart passt und man einen Bezug dazu herstellen kann.
Was komplex klingt, kommt in den Werken oft ironisch und humorvoll rüber. Und auch frech. Die roten, blauen, gelben skulpturalen Objekte im Museumsfoyer etwa sind Modelle von gigantischen Partisanendenkmälern aus grauem Beton, wie man sie noch heute im ehemaligen Jugoslawien überall entdecken kann.
Als wichtige Initialarbeit wertet der Wiener Künstler mit serbokroatischen Wurzeln sein 30-teiliges Fototableau „Reactivation“ (2002/2004). Hier sieht man Lulić bei der Durchquerung einer aus Ringformen bestehenden Großskulptur. Solche akrobatischen Leistungen lässt er in neueren Videoarbeiten von professionellen Tänzern erledigen. Sie betanzen Monumente im öffentlichen Raum. So auch bei Lulićs zweiter Arbeit für Marl, „The Bull“, Video eines rituellen Tanzes um den Bronzestier von Vojin Bakić (1956) im Marler Gänsebrink-Park. Selbst wer die verschachtelten politischen, (kunst-)historischen, biografischen Anspielungen nicht völlig durchblickt wird an den Arbeiten Freude haben.
Marko Lulić: Performative Skulpturen | bis 19.5. | Skulpturenmuseum Glaskasten | 02365 99 22 57
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