Sind Technik und Kunst tatsächlich Antipoden, deren Berührungen sich nur im Handwerkszeug des jeweiligen Produzenten manifestieren, oder gibt es angesichts der „glorreichen“ Technifizierung der Welt im 20. Jahrhundert weitere Sichtachsen, die bedeutsam sein könnten? Der Ingenieur Hans Peter Schiffer hat diese Bedeutung gesammelt und versucht so, der Themen- und Motivwelt der Technik in der Kunst nach 1945 nachzuspüren. Beheimatet im Kunstmuseum Heidenheim zeigt nun das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr diese Sammlung unter dem Titel „Käfer, Crash & Capri-Batterie –Wie Künstler Technik sehen“.Zwei ganze Räume füllen die rund 80 Arbeiten vonFotografie, Grafik, Zeichnung und Objektkunst bis hin zu kinetischen Installationen wieLorenz Lachauers „Rad der Zeit“ (Metall, Holz, Stein, Gummi, 2007), das mechanisch immer wieder aufgezogen werden muss, aber auch schon mal aussetzt.
Zu Beginn stehen die Standard-Fotografien einer jeden Schau im Ruhrgebiet, Bernd und Hilla Bechers Industriefotos. Gleich siebenmal zwischen „Zwei Fördertürme“ (1971) und „Wassertürme“ (2007). Nach dem DNS-Wasserturm folgen noch Thomas Struth (Sting Handling, Solar World, 2011), aber auch zwei Schiffe von Dirk Brömmel. Seine Spezialität. „Kopfüber“ (2013) heißen sie, denn das Kameraobjektiv hing damals senkrecht von den Rheinbrücken, um die mächtigen Frachtschiffe abzulichten und später digital freizustellen.
Im nächsten Raum die Objekte. Wieder große Namen mit kleinen Arbeiten. Darunter Man Rays Bügeleisenobjekt „Cadeau“ von 1921, aber als Replika von 1974. Nebenan, auch mit Bügeleisen, Klapphecks „Die Schwiegermutter“-Litho und gleich dahinter Günther Ueckers Multiple „Kurzer Weg“, ein auf Holz genageltes Schlauchstück von 1983. Ein bisschen Druckgrafik-Popart zwischen Rauschenberg (Arena II, 1969) und Lichtenstein (Girl with Spray Can, 1964) und dann bleiben nur noch Beuys‘ titelgebende Capri-Batterie-Multiple von 1985 und natürlich Marcel Duchamps (1887-1968) Autoreliefplattenspieler (Dual 1219,produziert von Juni 1969 bis Mai 1972). Im Gehen dann noch ein Blick auf Horst Pommerenkes Kritzelmaschine. Naja.
„Käfer, Crash & Capri-Batterie“ | bis 17.8. | Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr | 0208 455 41 38
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