trailer: Herr Oppers, wie geht es der NRZ?
Rüdiger Oppers: Nicht schlecht. Wir haben mit unserem Geschäftsmodell Zeitung in NRW noch immer Erfolg, auch wenn wir die wirtschaftliche Krise natürlich zu spüren bekamen. Mit allen vier Tageszeitungen der WAZ Mediengruppe sind wir im lokalen Marktplatz so präsent wie sonst kein anderes publizistisches Unternehmen in NRW.
trailer: Herr Urbach, taz.de wird noch vom Verlag bezuschusst?
Matthias Urbach: Ja, aber da sind wir in guter Gesellschaft. Es gibt einige Ausnahmen wie Spiegel Online. Aber auch die haben sich nicht immer selbst getragen und produzieren auch jetzt keine goldenen Zahlen.
Wie entsteht heute und in Zukunft die öffentliche Meinung? Wie sieht der kommende Journalismus aus? Zweifellos spielen die digitalen Medien dabei eine entscheidende Rolle. Facebook, Twitter und co. haben das Monopol der Einwegmedien Print, TV und Radio durchbrochen – sowohl global als auch lokal.
Das Kernthema der letzten Wochen war zweifellos die Energiepolitik.
Was Fernost geschah, soll zukünftig gar nicht erst denkbar sein. Der Umstieg von Atom auf Öko muss der letzte Ausstieg für die Bundesrepublik werden!
Herr Eiskirch, welche Auswirkungen hat Fukushima auf die Wirtschafts- und Energiepolitik in NRW?
Thomas Eiskirch: Gegen Atomkraft gab es zwar schon lange eine breite Mehrheit bei den Menschen, aber eben nicht in der Politik.
trailer: Herr Blenkers, was kann der Verbraucher machen, damit die Atomkraftwerke hierzulande nicht mehr so lange laufen?
Peter Blenkers: Naheliegend ist zunächst der Wechsel des Stromversorgers.
Die NRW-Landesregierung plant den Ausbau der Windkraft und will deren Anteil an der Stromerzeugung bis 2020 um ein Fünffaches auf zwanzig Prozent ausbauen. Die Stimmen der Kritiker von Windkraftanlagen sind angesichts der dramatischen Ereignisse in Japan leiser geworden und die Bereitschaft der Anwohner von Windparks, zukünftig noch höhere Windräder in wesentlich kürzeren Abständen zu ihren Wohngebieten zu akzeptieren, steigt.
Larry Hagman hat gut lachen: In Kalifornien hat der Schauspieler für 750 000 Dollar die größte private Solaranlage des Landes errichtet. Und für Werbezwecke schlüpft der knapp Achzigjährige in seine alte Rolle des JR Ewing aus der TV-Serie „Dallas“. Das texanische Ekelpaket gibt sich geläutert, ist nicht mehr der schmierige Ölbaron, sondern der strahlende Solarinvestor.
trailer: Frau Akgün, können Frauen besser mit Macht umgehen als Männer?
Lale Akgün: Das glaube ich nicht. Frauen sind darin nicht so geübt. Da sie gerade anfangen, mit Macht zu experimentieren, sind sie bereit, auch andere Formen des Umgangs mit Macht zuzulassen. Aber so viele Frauen in Machtpositionen gibt es doch gar nicht.
Am Morgen des 11. März unterbrach WDR 2 seine Sendung für eine kurze Eilmeldung. Ein schweres Erdbeben habe Japan erschüttert. Meldungen über Tote oder Verletzte gäbe es zunächst nicht. Seit diesem Tag ist die Welt nicht mehr, wie sie war. Beim Schreiben dieser Zeilen war noch nicht klar, wie viele Menschenleben das Beben, der Tsunami und die Reaktorkatastrophe von Fukushima letztlich kosten würden und ob die havarierenden Atomkraftwerke größere Landstriche als die in der ersten Woche eingerichteten Sperrzonen erheblich kontaminieren würden.
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