Essen, 22. August – Die ZuschauerInnen kamen bei der Preview von „Feuchtgebiete“ in der Lichtburg voll auf ihre Kosten. Charlottes Roche war gemeinsam mit Regisseur David Wnendt nach Essen gekommen, um die gleichnamige Verfilmung ihres Romans vorzustellen. Das launige Filmgespräch verlegten die beiden schnell von der Bühne in den Saal. Das von all den Flüssigkeiten der Feuchtgebiete angekratzte Publikum amüsierte sich prima über Roches nonchalanten Ton. Nachdem sie dem Filmproduzenten Peter Rommel ihr Vertrauen ausgesprochen hatte, klinkte sich Roche vollkommen aus dem Entstehungsprozess des Films aus. Von dem Ergebnis zeigt sie sich begeistert: Der Spirit ihrer Vorlage sei voll getroffen. Auf die Frage nach ihrer Inspiration zum Buch führt sie eine „sehr schlechte Kindheit“ und eine Jugend mit „sehr viel Drogen“ an. Die Motivation zum Schreiben sei ihr Unbehagen rund um das Postulat der übertriebenen Hygiene, dem jungen Frauen permanent ausgesetzt seien, während die eigene Körperlichkeit auf der Strecke bleibt. Im Buch wie im Film wird dies mit sämtlichen Körperflüssigkeiten provokant-spaßig durchexerziert.
Die jugendliche Heldin Helen landet nach einer Ganzkörperrasur wegen einer „Arschverletzung mit Wundwasserblase“ im Krankenhaus. Charlotte Roche musste Carla Juri, die den Film in der Hauptrolle der Helen souverän trägt, nach dem Casting erst einmal googeln, und dann verabschiedete sie sich von ihren eigenen Vorstellungen: „Scheiß auf alles, was ich mir vorgestellt habe. Das ist jetzt die Helen.“ David Wnendt, der als Regisseur gewonnen werden konnte, betont die vielen Facetten, die er über die launige Provokation hinaus in dem Buch gesehen hat: Den schwarzen Humor, die Verletzlichkeit und den Mut der jungen Helen. Charlotte Roche gesteht auf Nachfrage, dass sie selbst Angst gehabt hätte, gewisse Sachen auf der Leinwand zu sehen. Gleichzeitig findet sie, dass Ekel ein hervorragendes Mittel ist um Humor zu transportieren. „Ich lache bei Ekel.“ Eine Fortsetzung des Feuchtgebiete-Romans schließt sie auf Nachfrage kategorisch aus, allerdings ist ihr zweiter Roman „Schoßgebete“ grade unter der Regie von Sönke Wortmann abgedreht, und dann kommt auch schon bald ihr neues Buch heraus. Mit einer ausgedehnten Autogrammstunde im Foyer schloss Roche den spaßige Kinoabend: „Wenn es Euch gefallen hat: Weitersagen – ansonsten: Fresse halten!“
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