Auf den Champs-Elysées begegnet der Autoknacker Michel Poiccard der amerikanischen Studentin Patricia Franchini. Er verliebt sich in sie, sie wird ihn nach zwei Tagen an die Polizei verraten. Jean-Luc Godards Schwarzweiß-Klassiker, die Initialzündung der Nouvelle Vague, stieß Opas Ausstattungskino 1960 endgültig in die Versenkung und wurde speziell in Programm- und Studentenkinos zum Repertoire-Hit. Jetzt befasst sich der Spielfilm „Nouvelle Vague“ von Richard Linklater mit Kinostart am 12. März mit dessen Entstehung. Godard bezeichnete seinen Film vor allem als Reaktion auf ein müde gewordenes Produzentenkino: „Dieser Film reagierte auf alles, was damals in fast pathologischer Manier systematisch verboten war. Eine Großaufnahme macht man nicht mit Weitwinkelobjektiv. Also machten wir es. Eine Fahrt macht man nicht mit der Handkamera. Also machten wir es.“
„Außer Atem" startete am 16. März 1960 mit einem überwältigenden Echo in den vier Pariser Kinos Le Balzac, Helder (später UGC Opéra 1), Scala und Vivienne. Bereits die Nachmittagsvorstellungen waren überlaufen. Das, obwohl der Film während der Dreharbeiten als Fiasko eingestuft wurde. Godard hatte keinen Ton aufgenommen, arbeitete mit Jump Cuts und natürlichem Licht, präsentierte eine viel zu lange Fassung und schnitt den Film eher mathematisch als dramaturgisch auf 90 Minuten zurecht. Produzent Georges de Beauregard hatte sich ganz auf den Ratschlag von Godards Freunden Truffaut und Chabrol verlassen und befürchtete nach Sichten der Muster das Schlimmste. Ganz anders der junge Belmondo, der Godard von der ersten Minute an vertraute und in der Hommage an den amerikanischen Film Noir sein Bestes gab. „A bout de souffle“ machte nicht nur Belmondo über Nacht zum Star, sondern auch den bettelarmen Godard. Allein in der ersten Woche verbuchte der Film in den vier Erstaufführungssälen 50.000 Besucher.
In Deutschland erlebte der erst ab 18 Jahren freigegebene Film seine Uraufführung auf der Berlinale und startete am 8. Juli in den westdeutschen Kinos. Walter Koppels Hamburger Europa-Filmverleih hatte das Jahr zuvor bereits Truffauts „Sie küssten und sie schlugen ihn“ herausgebracht, mit „Außer Atem“ erreichte er 1960 eine Million Zuschauer. Vor allem in Universitätsstädten wie Heidelberg und Freiburg wurde Godards kühle Reflexion über das Leben und die Liebe zum Publikumsliebling der studentischen Szene, die sich in den neuen Filmkunstkinos traf, während in den Filmpalästen immer noch Heimatschnulzen, Monumentalschinken mit Steve Reeves und Krimikomödien mit Eddie Constantine spielten. „Außer Atem“ schrieb auch hierzulande Kinogeschichte: Er hatte maßgeblichen Anteil am Erfolg und an der Etablierung neuer Studio- und Filmkunstkinos, die ein intellektuelles Publikum abseits der krisengeschüttelten Unterhaltungskinos ansprachen. Bernd Lubowski schrieb im Hamburger Abendblatt zur vierten Wiederaufführung im Sommer 1981: „‚Außer Atem‘ ist Filmgeschichte. Mit diesem Film begann das moderne Kino.“
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