Für die bislang größte Ausstellung von Bente Stokke in Deutschland ist die Kunsthalle Recklinghausen der ideale Ort. Ihre frühen Konzepte, bestehend aus kleinformatigen Blättern an der Wand oder auf dem Boden, und die transparenten malerischen Schichtungen, die mitten im Raum platziert sind, und schließlich die neueren Folgen von körperhaft schwarzen Flächen füllen großzügig die drei Stockwerke. In Recklinghausen vermittelt der Wechsel von der Nah- zur Fernsicht, um was es Bente Stokke in ihrer Kunst schon immer geht: um Prozess und Handlung mit dem ganzen Körper und mittels des Mediums Zeichnung, in der Erfahrung von Zeit und Raum, die doch untrennbar mit unserer Existenz verbunden ist. Folglich tragen die Arbeiten etwas Flüchtiges und sind mehr subjektives Erlebnis als Manifestation. Neben Zeichenkohle und Grafit tragen als Materialien dazu Asche und Staub bei.
Bente Stokke, die zwischen 1973 und 1981 in Oslo, London und Maastricht studiert hat, wendet sich schon früh dem Medium der Zeichnung zu, als Rhythmus und Plan, der ganz knapp, aber auch ausgreifend formuliert sein kann. Dazu braucht Bente Stokke eigentlich nur Zeichenstift und Papier. Die Ausstellung verdeutlicht, wie sich dieses Werk entwickelt und sich allmählich die Interessen verlagern und die Maßnahmen erweitern. Bildet anfangs nur ein Punkt als Stakkato ohne weitere Vorgabe auf mehreren oder vielen kleinformatigen Blättern die Basis der Arbeit, so thematisieren die Werke später noch die Geste des Vortrags. So zeichnet Bente Stokke sogar auf Glasscheiben. Und die Zeichnung greift bisweilen die Symmetrie des Körpers auf, oder sie umfasst, in einer anderen Werkgruppe, eine messbare Länge. Sie ist stabil und direkt und dann wieder fragil oder aber geschlossen, undurchdringbar. Alles Lapidare wirkt plötzlich geheimnisvoll, auch im Sinne einer Einübung hin zur Meditation. Bekannt wurde Bente Stokke 1993 auf der Biennale in Venedig, seit 2006 hat sie eine Professur für Zeichnen an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee inne. Nun endlich ist ein umfassender Einblick in ihr Werk zu sehen.
„Bente Stokke – Zeichnen im Raum“ I bis 7.4. I Kunsthalle Recklinghausen I www.kunst-re.de
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