Manchmal braucht es äußere Anlässe, um ein künstlerisches Werk wieder ins Bewusstsein zu rufen. Zum 50. Todestag des Malers Werner Gilles werden seine mythologischen Szenen, Interieurs, die italienischen Landschaften und Seestücke umfassend ausgebreitet, erst im Museum Schloss Rheydt und nun im Kunstmuseum Mülheim. Beide Städte sind in der Biographie von Werner Gilles wichtig. In Mönchengladbach-Rheydt wurde er 1894 geboren. Ab 1901 hat seine Familie für ein Jahrzehnt in Mülheim gewohnt, und in Mülheim ist Gilles, der 1961 in Essen starb, auch beerdigt.
Indes war Werner Gilles kein lokaler Künstler. Er studierte an der Kunstakademie in Kassel und am Bauhaus in Weimar; er reiste – unterbrochen von den Kriegsdiensten – viel, wohnte in Düsseldorf und dann in Berlin und ab 1947 bis zu seinem Tod in München. Und er war seit seiner ersten Reise nach Italien von diesem Land und seiner Landschaft fasziniert. Ab 1950 verbrachte er jeden Sommer auf Ischia, im Wechsel mit dem Winter in München. Vor allem Ischia aber kehrt in seinem Werk wieder. Werner Gilles malt zunächst mythologische und symbolische Darstellungen, die er in einer halbabstrakten, schematisch konturierten Weise mit Verschachtelungen vorträgt. Die zentrale Erzählung seiner Kunst ist der Mythos um Orpheus und Eurydike. Gilles verfährt so aber auch bei seinen Darstellungen der Berge und Hügel auf Ischia. Jedoch darf man sich sein Werk nicht weltabgewandt vorstellen, und es wurde ja auch zeitgenössisch rezipiert. Gilles wurde zur Biennale in São Paulo und zu den ersten drei Documenta-Ausstellungen eingeladen. Sein Werk reflektiert, wie die Kunst nach den Grausamkeiten des Krieges verbindlich – fern der um sich greifenden Abstraktion – bleiben und überzeitlich schön und Gleichnis für die Gegenwart zugleich sein konnte. Landschaft wird dabei zum Gegenentwurf. Damit befindet sich Gilles auf einer Linie mit weiteren deutschen Künstlern, die auf Ischia gearbeitet haben, mit Max Pfeiffer Watenphul, Hans Purrmann und Eduard Bargheer – auch deren Bilder sind jetzt, begleitend und in Gegenüberstellungen, in Mülheim ausgestellt.
„Werner Gilles – Träumender und Sehender“ I bis 8. Januar im Kunstmuseum Mülheim I www.kunstmuseum-mh.de
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