Beim Joggen in einem bewaldeten Park wird sie von einer Horde Kinder überfallen. Während sie sich noch verzweifelt gegen die Fausthiebe und Schläge der Bande wehrt, denkt sie: „Es sind doch nur Kinder!“ Aber die sind gnadenlos, bestehlen sie nicht nur, sondern ziehen ihr auch die Kleider aus.
In den langen Wintern erzählt man sich Geschichten, dort oben im Nordatlantik. Das war schon vor 1000 Jahren so, die damals entstandenen Sagas halfen der jungen isländischen Nation, sich ihrer selbst zu vergewissern.
„Es war ein Abend mit geschickter Rhetorik und textsicheren Slammern, doch den größten Applaus gab es, als der Moderator das abgefallene Mikrofonkabel ansteckte.“ Einen ähnlichen Satz wollte Sebastian 23 in den Zeitungen lesen.
Wie selbstverständlich stehen Holz-Strandliegen auf Beton. Draußen regnet es in Strömen, doch der Dortmunder Hafen droht vor Kreativität überzulaufen. Daran sind vier Poetry Slammer (Laura Reichel, Rainer Holl, Murat Kayi und Tobi Katze) schuld, die im Club Hafenliebe ihr speziell für diesen Ort entwickeltes Programm präsentieren.
Es kann eine Bürde sein, stets aufs Neue als Musterbeispiel für den „verlorengegangenen Autor“ des Ruhrgebietes herzuhalten. Wenn es um Autoren geht, die das Revier in Richtung Berlin verlassen haben, wird neben Ralf Rothmann auch stets Marion Poschmann genannt.
Man hat sein Talent mit Proust verglichen und seiner Prosa eine aufwühlende, ja, unwiderstehliche Kraft bescheinigt. Die Rezensenten in Italien und vor allem im heimatlichen Skandinavien geraten schier außer sich, wenn sie über Karl Ove Knausgard und sein sechsbändiges Romanprojekt sprechen.
Es regnet. Unerschütterlich steht der Platzwart auf dem Fußballfeld und hält die Latte, die während des F-Jungendspiels am Nachmittag gebrochen ist. In selbstloser Hingabe hat er den Rasen nachts mit seinem Rasierapparat geschnitten und mit seinem Kalkwagen die Linien frisch gezogen. In seinem hymnischen Text porträtiert Lars Ruppel...
Der 48jährige Studienrat Holger Roman Zipfel kriecht vor Gier lüstern durchs Unterholz: Seit Tagen verfolgt er einen Hirsch, seinen Hirsch, auf einer Hatz, deren Durststrecken er mit unerbittlichem Willen überwindet. Sein Privatleben? Sekundär. Oder vielleicht doch nicht...
Dichter Nebel steigt auf, füllt das Bochumer Schauspielhaus und macht es fast unmöglich zu sehen, was gerade auf der Bühne passiert. Dort nämlich steigen vier Tote aus ihren Särgen, frisch vitalisiert und bereit, eine wortgewaltige Schlacht zu schlagen.
Abpfiff: Schluss, Ende, Aus. Vorbei und vorüber. Das war's mit der Show. Die über 34 Spieltage unter Blut, Schweiß und Tränen aufrecht erhaltene Spannung bricht unvermittelt in sich zusammen.
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