Wie Franz Erhard Walther, so gehört auch Otto Piene zu den Instanzen der deutschen, aber auch internationalen Kunst. Piene, der jetzt seinen 85. Geburtstag feierte und abwechselnd in Boston und Düsseldorf lebt, hat Ende der 1950er Jahre gemeinsam mit Heinz Mack in Düsseldorf die Gruppe ZERO gegründet, zu der später Günther Uecker kam, und die sich als offene Vereinigung verstand, die in engem Austausch mit weiteren Künstlern im In- und Ausland stand.
Schreit- und Standstücke, Lagerform, Werkform, Probe-Nähungen … Die Formen und Maßnahmen, mit denen Franz Erhard Walther in seiner Kunst agiert, sind theoretisch fundiert. In der Tat gehört Walther, der 1939 in Fulda geboren wurde, in Düsseldorf studierte und in New York den letzten Schliff erhielt, dann an der Kunstakademie in Hamburg als Professor gelehrt hat und heute wieder in Fulda lebt, einer Generation an, die den Werkbegriff offen fasst und Kunst als temporäres, partizipatorisches Ereignis versteht.
Die Berliner Bildhauerin Stella Hamberg präsentiert in der Neuen Galerie Gladbeck unter dem Titel „Götter 1“ neue Bronzestatuen und ergänzende Zeichnungen. Im Vergleich zu ihren berühmten „Berserkern“ wirken Hambergs noch immer kraftvoll dastehende Götter fast schon human.
Gefragt nach dem Anspruch, den sie selbst an ihre Kunst stellt, hat Karin Sander gesagt: „Die Arbeit muss etwas zeigen und zugleich geheimnisvoll bleiben. Sie macht etwas sichtbar, was so vorher noch nicht sichtbar war.“ Auf die nun im LehmbruckMuseum präsentierte Skulpturengruppe trifft das voll und ganz zu.
So richtig wirken diese Bilder nur in der Fülle, im ewig Gleichen und Überwältigenden, dem man sich kaum entziehen kann. Nach etlichen Ausstellungen, welche die Werkgruppe der „London Pictures“ mehr oder weniger umfassend gezeigt haben, stellt nun das Museum Küppersmühle in Duisburg die gesamte Serie als rauschendes Kontinuum vor.
Eindrucksvoll sind die stillen Momente, dann wenn man sich möglichst alleine in dem transparenten weißen Raum im Gasometer in Oberhausen aufhält.
Die Zeit, welche jedes dieser Bilder einfängt und in atmosphärischer Dichte erfahrbar werden lässt, sollte man sich im Osthaus Museum nehmen. Der Landschaftsmaler Otto Modersohn (1865-1943) hatte nach seinem Tod einfach Pech.
Es überrascht, dass die „Engel“ von Paul Klee noch nicht Thema einer eigenen Ausstellung waren. Diese überwiegend kleinformatigen, unmittelbar aus der Zeichnung gewonnenen Bilder, bei denen sich rein aus Linien Geschöpfe konturieren, gehören mit zu den populärsten Werken des berühmten Künstlers, der auf so feinsinnige Weise die Kunst seiner Zeit reflektiert hat.
Für die bislang größte Ausstellung von Bente Stokke in Deutschland ist die Kunsthalle Recklinghausen der ideale Ort. Ihre frühen Konzepte, bestehend aus kleinformatigen Blättern an der Wand oder auf dem Boden, und die transparenten malerischen Schichtungen, die mitten im Raum platziert sind, und schließlich die neueren Folgen von körperhaft schwarzen Flächen füllen großzügig die drei Stockwerke.
Wer die Macht über die Bilder hat, bestimmt nicht nur die Interpretationshoheit von Information, sondern auch die Seriosität menschlicher Geschichte. In den letzten Jahren hat durch die technische Entwicklung eine wahre Bilderflut die Berichterstattung und die subjektive Sicht auf die Welt beeinflusst, formal kann man deshalb zwar von einer Evolution des visuellen Wissens, aber auch von einer aufweichenden Determination zwischen Fiktion und Realität ausgehen.
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