In einem real existierenden Tunnel inszeniert Sybille Fabian in der Wuppertaler Oper Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“. „In der Unübersichtlichkeit der modernen Welt wird Schuld verwischt und abgeschoben, der Moderne kommt nur die Groteske bei“, so der Schriftsteller 1966. Wer sich also in Wuppertal mal einen tragikomischen Abend auf Schweizer Art gönnen will, der schlittert in Fabians Inszenierung in ein vehement mimisches Spiel auf farbloser Bühne, auf der sich gar grausige Szenen abspielen.
Der Satz klingt wie ein Statement: „Einen Scheiß weißt du“. Genau. Doch „Kurze Interviews mit fiesen Männern“ sollen die Wissenslücken füllen. US-Autor David Foster Wallace hat dafür ganz große Bögen geschlagen. Dass Männer nur das eine wollen und Frauen dieses Eine auch ziemlich wissenschaftlich betreiben können, wissen wir Alteuropäer seit der Antike. A
Um die Wunschbesetzung für sein neuestes Filmprojekt zu gewinnen, erzählt der Produzent James der Schauspielerin Olivia den Plot des Drehbuches: Die Geschäftsfrau Amy, deren Freund beim Anschlag auf das World Trade Center starb, verliebt sich auf einer ihrer Flugreisen in den attraktiven Terroristen Mohammed.
Wenn anderswo langsam, aber sicher die Sommersonnen-Ruhe einkehrt, geht es in Dortmund erst richtig los: Am 27. Juni startet im Spiegelzelt das „Ruhrhochdeutsch“-Festival – und zwar an einem neuen Platz, am Steinernen Turm in der Nähe der U-Bahn-Station Westfalenhalle (da gibt es den A4- und den D2-Parkplatz).
Im Bochumer Schauspielhaus wird Franz Molnárs „Liliom“ von Christina Paulhofer inszeniert. Die Handlung des Stückes wird zwar von einem klassischen Rummelplatz auf eine moderne Kirmes verlegt, doch den zeitlosen Konflikten der Figuren tut das keinen Abbruch. Im Gegenteil!
Der Abend beginnt mit Warten. Der Regisseur wartet, der Hauptdarsteller wartet, und auch der Inspizient muss warten. Ohne dass jemand ein Wort verliert, kann man in ihren Gedanken lesen: Myrtle Gordon, die Diva, kommt wieder einmal zu spät. Die Schauspielerin steht im Zentrum von John Cassavetes‘ 1977 gedrehtem Film „Opening Night“, den das Schauspielhaus Bochum jetzt auf die Bühne brachte.
Eigentlich wäre doch alles so einfach mit den Kleinen. Schon der olle Theodor Storm wusste: „Darum liebe ich die Kinder, weil sie die Welt und sich selbst noch im schönen Zauberspiegel ihrer Phantasie sehen.“ Doch irgendwie ist heute alles anders. Kinder werden zu Tode geliebt, misshandelt, für abartige Phantasien missbraucht.
Heraus zum roten 1. Mai? Nun ja. Wer in Bochum eher die Kultur sucht, der geht um den „Tag der Arbeit“ herum auch schon mal in den Keller der Hedwigstraße 9. Hier hält die Tänzerin Paula Gendrisch nämlich für immerhin acht Zuschauer verborgen, was sie nicht zeigen will.
Wer beim Titel die übliche Milchbar und Baseballschläger erwartet hatte, der rieb sich wahrscheinlich erst einmal die Augen und schaute verstohlen auf seine Eintrittskarte, ob er nicht doch im falschen Theater oder in der falschen Aufführung gelandet ist. Als dann auch noch ein gewisser „D. Love“ mit seinem perfekt gedolmetschten Vortrag loslegte, da war die Verwirrung schon fast fühlbar.
Es ist schwierig, so einen ganzen Hemingway-Schinken auf die Bühne zu transportieren. Dennoch kann das übrigbleibende Filetstück ansehnlich und schmackhaft sein. Mit der Oberhausener Lutherkirche haben die Regisseure Tilman Raabke und Christoph Todt zumindest einen ungewöhnlichen Spielort gewählt, der zwar weniger an Pamplona, dafür aber an den Protestantismus im frühen 20. Jahrhundert erinnert.
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