Manchmal spiegelt das Theater die Oberfläche unter der Oberfläche wider. Figuren werden dem historischen Kontext entrissen oder gleich in ihrer Gänze generiert. Der englische König Heinrich V. ist so ein Beispiel. Shakespeare erzählt seine (mögliche) Geschichte in drei gewaltigen Dramen, die im Mai im Theater Oberhausen zum sogenannten Heinrich-Abend zusammengefasst werden.
Das Buch machte seinen Autor 1961 schlagartig berühmt, Stanley Kubricks Verfilmung zehn Jahre später wurde Kult: Alex und seine Gang ziehen Nacht für Nacht tollschockend durch die Stadt und stürzen sich auf wehrlose Opfer – zynisch, grausam und gewissenlos.
Am 20.3. gastierte Torsten Sträter mit seinem ersten Solo-Programm in Herne. Dass gut eine Handvoll Comedy-Freunde draußen bleiben musste, hatten Publikum und Sträter wohl nicht erwartet.
Brecht als Lückenbüßer für Ibsen, das hat schon seine eigene Komik. Weil sich Jana Schulz, die Hauptdarstellerin in „Hedda Gabler“, schwer verletzt hat, musste Ersatz her. Nicht eine neue Schauspielerin, sondern gleich ein neues Stück. „Im Dickicht der Städte“ bot sich an, das Regisseur Roger Vontobel im vergangenen Jahr bereits am Pariser Théâtre de la Colline inszeniert hatte.
Ein leerer Raum. Ein weißer Ballon. Am Ende der Welt sind wir nun, in menschenleerer Wüste. Am Rande des Ruhrgebiets oder schon am Niederrhein? Im Kaukasus, in Fukushima? Moers ist scheinbar überall. Performativ geht es dort im Schlosstheater los.
Jugend kann nie gesund sein. Jugend ist ein Gefahrenherd. Der „young’n‘rotten“-Club im Bochumer Rottstraßentheater experimentiert also mit wilden Spielen um Macht und Abhängigkeiten. Auf dem Programm steht Ferdinand Bruckners „Krankheit der Jugend“. Das heißt, Medizinstudenten am Rande der Selbstvergessenheit, aber auch Sex, Drugs and Rock’n‘Roll.
Diesen Held kann wirklich nichts aufhalten: weder die strengen Vorschriften des neapolitanischen Königshofs, noch die türkische Sklaverei oder die Verlockungen der schönen Sultanstochter. Graf Peter ist ein ganzer Kerl – so ähnlich wie der junge, durch hartes Training und Anabolika gestählte Arnie Schwarzenegger, dem Stephan Ullrich in der Videoprojektion flugs das Gesicht von Peter Schöne verpasst.
Theater kann manchmal aufregend sein, immer dann, wenn das Leben auf der Bühne sich dem Leben vor dem Theater so weit nähert, dass die Konturen verwischen. Kein Traum wie Alice‘ in Carrolls Wunderland, aber eine traumhafte Performance des Nebensächlichen. Dafür folgen die Zuschauer Schorsch Kamerun zwangsläufig in seinen Bau, fallen in die Sitze und landen in einem Raum mit vielen Möglichkeiten
Gibt es eine Kausalität zwischen Schaulaufen und Schauprozess? In jedem Drama, in jedem Lustspiel, das eine Gerichtsverhandlung auf der Bühne darstellt, steht grundsätzlich die Verurteilung des Beklagten bereits im Vorhinein fest. Das Schaulaufen entzieht sich dagegen eher einer eindeutigen Begrifflichkeit und findet formal nicht notwendigerweise immer auf Bühnen statt. Nichtsdestotrotz könnte man hier eher einen kurzen Prozess erhoffen.
Klar, auf den deutschen Autobahnen sind sie seit zwei Jahrzehnten allgegenwärtig. Trucks, Kleinlaster, PKWs mit Anhänger und alle mit dem Länderkennzeichen PL für Polen. Nachbarn waren wir schon immer, aber so richtig schön normal ist diese Beziehung erst seit dem Zusammenbruch des Ostblocks.
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